
Wenn Sie diese Zeilen lesen, dann liegen wahrscheinlich schmerzliche Tage hinter Ihnen
und auch noch vor Ihnen. Wir wissen, dass der Tod irgendwann jeden Menschen aus dem Kreis seiner Lieben
reißt. Und auch, wer wie ich seine ganz besondere Erfahrung mit dem Tod gemacht und selbst erfahren hat,
dass die letzten Sekunden vom Übergang des Lebens in den Tod für den Sterbenden wunderbar leicht sind,
weiß doch, dass Abschiednehmen für die, die zurück bleiben, alles andere als leicht ist, ja seelische
Wunden hervorrufen kann, die schwer verheilen.
Ich bin im Jahr 2005 tatsächlich schon gestorben. Ich hatte einen Herzstillstand. Ich habe sehr gute, ja
heitere Erinnerungen an die Millisekunden, als das Leben wich und der Tod kam. Ich sah etwas Helles, ein
wolkiges Hellblau und ich fühlte mich wunderbar entspannt. Von da ab weiß ich nichts mehr.
Der Notarzt, der in allerletzter Sekunde eintraf, konnte mich mit dem Defribrillator nach dem zweiten
Stromstoß ins Leben zurück holen. Das erste, was ich vernahm, als das Leben wieder in mich kam, war die
Stimme eines Rettungssanitäters: "Kaum 20". Kaum 20? Damit war mein Puls gemeint, wie ich hinterher
erfahren habe. Der Arzt setzte Spritzen, der Puls stabilisierte sich bei 35 Schlägen. Ich kam ins
Krankenhaus und zwei Tage später unter`s Messer.
Ich hatte mehr als Glück. Denen, die kein Glück mehr hatten, denen, die vergeblich auf ein Wunder gehofft
hatten, denen, die jäh und unerwartet dahin gerafft wurden, all denen ist dieses Trauerportal gewidmet. Ihre
Angehörigen können hier die Traueranzeige veröffentlichen. Sie können aber auch auf einer Folgeseite Fotos
aus dem Leben der Verstorbenen zeigen. Anders als bei der Zeitung, in der die Traueranzeige nur einen Tag
zu sehen ist, wird sie hier ebenso wie eine Albumseite auf ewig zu lesen sein.
So werden auch die Nachkommen der Nachkommen immer daran erinnert, wer im großen Spiel der Schöpfung auch
am Entstehen ihres eigenen Lebens beteiligt war.