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Aus dem letzten Brief von Helmuth James von Moltke an seine Frau

Graf Helmuth James von Moltke war Initiator des "Kreisauer Kreises", der sich um eine Neugestaltung Deutschlands ohne Hitler Gedanken gemacht hatte. Er schrieb von 1939 bis 1945 zahlreiche Briefe an seine Frau Freya. Dem letzten Brief vor seiner Hinrichtung am 12. Januar 1945 entnehmen wir:

"Und nun, mein Herz, komme ich zu Dir. Ich habe Dich nirgends aufgezählt, weil Du, mein Herz, an einer ganz anderen Stelle stehst als alle die anderen. Du bist nämlich nicht ein Mittel Gottes, um mich zu dem zu machen, was ich bin, Du bist vielmehr ich selbst. Du bist mein 13. Kapitel des 1. Korintherbriefes. Ohne dieses Kapitel ist kein Mensch ein Mensch. Ohne Dich hätte ich mir Liebe schenken lassen, ich habe sie z.B. von Mami angenommen, dankbar, glücklich, dankbar wie man ist für die Sonne, die einen wärmt. Aber ohne Dich, mein Herz, hätte ich "...der Liebe nicht." Ich sage gar nicht, daß ich Dich liebe; das ist gar nicht richtig. Du bist vielmehr jener Teil von mir, der mir allein eben fehlen würde...Nur wir zusammen sind ein Mensch. Wir sind...ein Schöpfungsgedanke. Das ist wahr, buchstäblich wahr. Darum, mein Herz, bin ich auch gewiss, daß Du mich auf dieser Erde nicht verlieren wirst, keinen Augenblick..."
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