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Der Goldmedaillengewinner und seine Art der Schmerzbewältigung

Matthias Steiner, der Gewinner der Goldmedaille im Gewichtheben der Superschwergewichtler, war wohl der meist fotografierte Sportler bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Über alle Sendestationen der Welt lief die Szene, als er bei der Medaillenverleihung das Foto seiner ein Jahr zuvor tödlich verunglückten Frau zeigte. Diese TV-Szene hat Millionen Menschen tief berührt, weil der stärkste Mann der Welt hier seine Gefühle öffentlich machte. Matthias Steiner wurde hundertfach interviewt. In der FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung äußerte er sich ebenso nachdenklich wie selbstbewußt. Lesen Sie bitte die entscheidende Stelle nach:

Peter Heß von der FAZ: Ihr Gold war durch Ihre persönliche Leidensgeschichte ein ganz Besonderes. Sind Sie froh, so offen darüber gesprochen zu haben oder fühlen Sie sich manchmal entblößt?

"Nein, ich fühle mich nicht entblößt. Ich sprach nicht darüber, weil ich einen Vorteil daraus ziehen oder mehr Aufmerksamkeit haben wollte. Ich wollte eine Botschaft loswerden. Jeden treffen andere Schicksalsschläge: Rollstuhl, Krebs oder Verlust seines Liebsten, wie in meinem Fall. Ich wollte klar machen, dass Selbstmitleid dann das Schlimmste ist. Ich habe ja selbst erlebt, wie groß die Gefahr ist und ohne den Sport und andere Leute hätte ich es wahrscheinlich nicht geschafft. Ich wollte allen in verzweifelten Situationen sagen: Du musst Verantwortung für dich und andere übernehmen, sonst kommst du aus dem Drecksloch nicht heraus. Ich bereue gar nichts. Aber eines ist auch klar: Nach der Sendung "Menschen des Jahres" im Dezember (2008, die Red.) muss mit dem Thema Schluss sein. Nicht alle 80 Millionen Deutsche müssen davon wissen."
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